Focusing und Hypnose – Körperorientierte Zugänge in einer integrativen Hypnotherapie

Referenten:

Dr. Dipl.-Psych. Dietrich Schauer

& Dipl.-Psych. Cornelius Gehrig

 

Termin: 06.11.-07.11.2020

 

Preis: €  290,- MEG-Mitgliederrabatt: ja

Fortbildungspunkte: ja

 

Zeiten: 14-20.30, 9-ca.17 Uhr
(16 Arbeitsstunden)

 

Anmelden

Focusing ist eine körperorientierte Methode, die sich besonders nahtlos mit Hypnotherapie kombinieren lässt. In diesem Seminar wird eine Vielzahl von technischen Varianten in Form von Demonstrationen, Übungen, Gruppentrancen und Videos vorgestellt. Ein Hauptaugenmerk liegt auf der praktischen Integration in das Therapiegespräch und den Therapieprozess. Den Teilnehmern wird so eine sehr einfache und dabei überraschend wirksame Arbeitsweise vermittelt, die unmittelbar in den Therapiealltag und das eigene Leben übertragen werden kann.

 

Die einzelnen technischen Elemente und Schritte des Focusing-Prozesses sind für Hypnotherapeuten relativ einfach erlernbar, da sie hypnotischen Grundtechniken weitgehend entsprechen. Auch die entwicklungsfördernde, naturalistische Grundhaltung ist sehr ähnlich, denn ebenso wie in der Erickson’schen Hypnose werden beim Focusing natürlich angelegte Fähigkeiten und Selbstheilungskräfte systematisch aktiviert. Wichtig ist, dass Focusing grundsätzlich dialogisch durchgeführt wird und der Prozess sich völlig ideodynamisch entwickelt. Das Aufmerksamkeit wird hauptsächlich auf körperliche Wahrnehmungen und deren Veränderungen gerichtet, gleichzeitig wird beobachtet, wie sich hieraus Bilder, Symbole, Gefühle, Erinnerungen und Bedeutungen entfalten, im Focusing wird von „Felt Sense“ und „Shift“ gesprochen. Diese Form der Kommunikation mit dem Unbewussten über den Körper und das intensive Erleben des ideodynamischen Prozesses üben auf den Patienten eine Faszination aus, die seine Aufmerksamkeit absorbiert und ihn mühelos in tiefe Trancezustände gelangen lässt. Der Therapeut braucht diesen Prozess kaum zu lenken oder zu steuern, er bleibt einfach dabei und begleitet eine sich selbstorganisierende Entwicklung. Dies erscheint auf den ersten Blick schwieriger, wird mit etwas Übung aber erstaunlich einfach.

 

Gerade Hypnotherapeuten, die bereits gerne dialogisch und konversationell arbeiten,

werden durch die Integration von Focusing sehr viel flexibler und sicherer. Focusing wurde ursprünglich im Rahmen von Gesprächspsychotherapie und Psychotherapie-Forschung entwickelt, während das heute sehr bekannte Somatic Experiencing wiederum aus Focusing heraus entstand. Hypnotherapeutische Techniken wie die Affektbrücke und Altersregression, Imaginations- und Visualisierungsmethoden oder verschiedene Formen von Teile-Arbeit lassen sich unmittelbar an einen Einstieg mit Focusing anschließen und ergeben sich oft von selbst. Einzelne Elemente des Focusing-Prozesses lassen sich im Therapiegespräch sehr einfach zur konversationellen Tranceinduktion nutzen. Aus dem NLP kann das Konzept der Submodalitäten hinzugezogen werden, um körperliche Wahrnehmungsfähigkeiten zu erweitern, während Atem-Pacing den Prozess ungemein intensivieren kann. Schließlich ist Focusing auch eine Selbsthilfe-Methode, die sich sehr gut mit Selbsthypnose und ausgewählten Atem- und Meditationstechniken verbinden lässt, von der gerade auch Therapeuten für ihre Selbstfürsorge ausgesprochen viel profitieren können.

 

Letztendlich ist Focusing nicht eine körperorientierte Methode unter vielen, sondern vereint in sich die Grundlagen und Elemente sehr vieler körperorientierter Methoden. Daher ist es eigentlich verwunderlich, dass die Kombination mit Hypnotherapie nicht schon längst viel verbreiteter ist, denn sie ist im Vergleich zu anderen Kombinationen viel naheliegender und natürlicher.

Über

Cornelius Gehrig, Dipl.-Psych., Trainer am International Focusing Institute New York und

Mitbegründer des Focusing Instituts Berlin. Mediator, Weiterbildung in Prozess- und Suchtarbeit. Praxis für Psychotherapie, Coaching, Mediation und Supervision mit dem Schwerpunkt auf Focusing-orientierter Psychotherapie in Lindau und Berlin.

 

Dietrich Schauer, Dr. phil. Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut. Approbation in

tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie, Ausbildungen in Hypnotherapie, NLP, zahnärztlicher Hypnose, Focusing und reichianischer Körpertherapie. Mitarbeit an der „Expertise zur Beurteilung der wissenschaftlichen Evidenz des Psychotherapieverfahrens Hypnotherapie“ bei Dirk Revenstorf. Zuvor Organisation einer Evaluationsstudie in der Fachklinik am Hardberg bei Gunther Schmidt. Promotion bei Jürgen Kriz. Praxis in Berlin.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Milton-Erickson-Institut Heidelberg - IMPRESSUM - DATENSCHUTZ - KONTAKT