Schmerzfokus: Psychotherapie zur kurativen Behandlung von chronischen Schmerzzuständen - Grundlagen (Teil 1)

Schwerpunkt Teil 1: Psychotraumatologie, Traumatherapie mit Traumafokus (TF)

Referent/in: Thomas Weber

 

Termin: 09.10.-10.10.2020
(Teil 2 im November)

 

Preis: €  290,-
MEG-Mitgliederrabatt: 20 €

Fortbildungspunkte: ja

 

Zeiten: 14-20.30, 9 - ca.17 Uhr
(16 Arbeitsstunden)

 

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Mit der Methode Schmerzfokus, die Thomas Weber 2013 entdeckte und zu einem neuropsychotherapeutischen Verfahren entwickelte, haben wir einen neuartigen Zugang zur nachhaltigen Auflösung von akuten und chronischen Schmerzzuständen. Einer der Hauptursachen, weshalb in der Schulmedizin die Behandlung von chronischem Schmerz nicht zu kurativem Erfolg führt liegt unter anderem darin, dass zahlreiche Fachleute nach wie vor am kartesianischen Weltbild von René Descartes festhalten, der Dualität von Physis und Psyche. Der renommierte Neurowissenschaftler Antonio Damasio hat 2000 nachgewiesen, dass ohne Gefühl kein vernünftiges Handeln möglich ist. Wenn wir einen unangenehmen Kloß im Hals verspüren und uns daraufhin eine Angst befällt, wissen wir, dass wir existieren. Damasio dazu: „Ich fühle also bin ich“. Es besteht eine konstante Verbindung zwischen Körper und Emotion durch das periphere und zentrale Nervensystem. Das Zentralnervensystem ist mit fast jedem Winkel des restlichen Körpers neuronal verknüpft mit Nerven, die in ihrer Gesamtheit das periphere Nervensystem bilden. Nerven übertragen Impulse vom Gehirn an den Körper und vom Körper ans Gehirn, so Damasio. Es besteht daher kein Zweifel daran, dass sämtliche körperlichen und psychischen Erkrankungen immer den ganzen Leib umfassen (Gehirn und Körper).

Mit der Schmerzfokus Methode können sich innerhalb weniger Sitzungen chronische Schmerzen deutlich verringern und allmählich nachhaltig auflösen (Knieschmerz, Rückenschmerz, Kopfschmerz; bei schweren chronischen Schmerzerkrankungen wie Clusterkopfschmerz, CRPS (chronic regional pain syndrome), Polyneuropathie und Fibromyalgie benötigt es bis zur nachhaltigen Schmerzverringerung oder sogar -auflösung eine Langzeittherapie mit Schmerzfokus. Wir haben dazu verschiedene therapeutische Techniken entwickelt, mithilfe derer es möglich ist, unterschiedliche Schmerzsymptome und -erkrankungen sowohl akut wie auch chronisch erfolgreich zu behandeln.

Schwerpunkt dieses Grundlagenseminars ist Psychotraumatologie, Traumatherapie mit Traumafokus (TF).

Schmerzfokus bei Stress und Schmerz ist Teil 2

 

 

Seminarinhalte:

 

1. Seminartag

  • Einführung, Traumatherapeutischer Hintergrund, therapeutische Haltung in TF, Grundprinzipien der Stressregulation durch das respiratorische System (Atemmuster) und der Nutzung in Traumafokus.
  • Neurobiologische Grundlagen zu Traumafokus und Stressverarbeitung, Stress-Kreislauf im menschlichen Gehirn
  • Die Nutzung des menschlich-visuellen Systems –der Augenfokus
  • Impliziter Augenfokus: mittels Beobachtung der Blickpositionen einer Klientin während des Gespräches bzw. der Traumaverarbeitung.
  • Arbeit mit der Felt Sense Technik
  • Live Demo
  • Nachhaltigkeit in Traumafokus: einen Entwicklungsfokus am Ende einer Sitzung finden.
  • Übung in Kleingruppen 
     

2. Seminartag

  • Reflexion des Vortages
  • Expliziter Augenfokus im Traumafokus: Aktivierung des Themas, Felt Sense als subjektiv wahrgenommenes Körpererleben; Klient/in gibt Feedback, wo im Gesichtsfeld (Augenposition) die gefühlte Belastung unterschiedlich wahr-nehmbar ist. Die Verarbeitung der traumatischen Belastung reicht bis zur vollständigen Stressauflösung. Bei einer vollständigen Auflösung kann man die Restbelastung aufspüren und relativ rasch verarbeiten und am Ende einer jeden Sitzung für die Nachhaltigkeit einen sogenannten Entwicklungs-Augenfokus finden.
  • Live Demo
  • Übung in Kleingruppen
  • Ressourcen Traumafokus: spezieller Körperscan in Verbindung mit kontrolliertem Atemmuster zur verstärkten Körper-Gehirn-Regulation.
  • Übungen dazu mit Demos und Selbsterfahrung.
  • kurze Live Demo
  • Fragen und Antworten 

 

Literatur: 

Thomas Ch. Weber (2019). Traumafokus - Eine neuropsychotherapeutische Methode zur Verareitung von psychischem Stress, Traumata und chronischem Schmerz. Wien: Facultas

 

 

Teilnahmevoraussetzungen

Grundkenntnisse traumaverarbeitender Methoden sowie Berufszulassung in

 

  • Österreich: Eingetragene/r Psychotherapeut/in, oder Klinische/r und Gesundheitspsychologe/in mit 150 Std. Selbsterfahrung, oder Ärzt/Ärztin mit PSY III ÖÄK Diplom inklusive 150 Std. Selbsterfahrung.
  • Deutschland: Approbation oder eine mindestens dreijährige psychotherapeutische Ausbildung und die staatliche Erlaubnis zur Ausübung von Psychotherapie. Psychologische/r Psychotherapeut/in. Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutIn. Psychotherapie mit Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz.
  • Schweiz: Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, oder Arzt mit anerkannter Psychotherapieweiterbildung, oder Kantonale Praxisbewilligung für Psychotherapie oder Zulassung durch FSP, SBAP, ASP, Charta für Psychotherapie.

Über Thomas Weber

Studium der Psychologie und Psychotherapiewissenschaft, Psychotherapeut, Integrative Gestalttherapie (ÖAGG), zertifizierter Traumatherapeut EMDR (IT Berlin), internationaler Traumafokus Ausbilder und Lehrsupervisor, Leiter des Instituts für Neuropsychotherapie, Forschungstätigkeit von Painspotting Schmerztherapie an der SysTelios Klinik in Deutschland, Paartherapeut, Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychotraumatologie und Gewaltforschung (GPTG).

Arbeitsschwerpunkte: Fort- u. Weiterbildung in Neuropsychotherapie in Österreich, Schweiz, Deutschland und Ukraine, Forschungstätigkeit in Traumafokus und Schmerzfokus. Sozialprojekte für Kriegsveteranen und -flüchtlinge.

www.traumafokus.com

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