Traumafokus und Neurobiologie Grundstufe

- ein Ansatz zur Verarbeitung von psychischem oder traumatischem Stress

Referent/in: Mag. Thomas Weber

 

Termin: 10.-11.05.2019

 

Preis: € 350,- MEG-Mitgliederrabatt: ja

 

Zeiten: 14.00-20.30, 9-17 Uhr
(16 Arbeitsstunden)

 

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*Traumafokus Mittelstufe: im September,
Oberstufe dann 2020, getrennt buchbar

Traumafokus (TF) ist eine tiefenpsychologische und körperorientierte Methode zur Verarbeitung von psychischem oder traumatischem Stress. Es ermöglicht eine spontane, unmittelbare Verarbeitung traumatischer Belastungen im Gehirn, ohne dass bewusste Erinnerungen vorhanden sein müssen. 
Traumafokus ist einer der ersten wirksamen neuro-psychotherapeutischen Ansätze, bei dem eine vollständige Auflösung von psychischem Stress möglich ist; sogar dann, wenn belastende Erfahrungen im Säuglingsalter, perinatal oder pränatal bestehen, die bewusst  nicht abrufbar bzw. nicht erinnerbar sind.  
Wir nützen ebenso multisensorische Ressourcen, Körperressourcen oder Bindungsfiguren, -orte oder –elemente während einer Gehirn regulierenden Traumafokus Sitzung. Nicht wir als Therapeutinnen sind es die Klienten heilen, es sind die Klientinnen selbst, oder besser gesagt deren Gehirn, das aus einem dysregulierten Zustand in einen regulierenden Prozess gerät. Dadurch bilden sich neue Kreisläufe im Nervensystem. Diese neu gebildeten Verbindungen nehmen die Klientinnen körperlich bewusst war, der Stress oder der chronische Schmerz nimmt während einer jeden Sitzung kontinuierlich ab. Wir sind dabei mit klinischen Studien mehr über diese Wirksamkeit in Erfahrung zu bringen.
Mithilfe dieses neuen neuropsychotherapeutischen Zuganges verbunden mit einer fundierten therapeutischen Weiterbildung in Traumafokus verhindern wir erneutes Retraumatisieren unserer Klientinnen. Ausserdem wird der Empathiestress bei Therapeutinnen durchgehend gering gehalten. Dadurch sind täglich mehrere intensive Trauma Behandlungen für Therapeutinnen möglich, ohne dass die Gefahr einer indirekten Traumatisierung wahrscheinlich ist. Der therapeutische Verarbeitungsprozess läuft insbesondere über limbische Gehirnareale mit Tiefenregulation von Amygdala, Hippocampus, Insula, Thalamus, Mittelhirn und Hinrstamm ab. Die Therapeutin folgt dem Prozess in aufmerksamer Ruhe, beobachtend, mit Neugierde, vorbehaltslos, ohne Hypothesen oder Deutungen zu äußern. Dies wirkt sich auf den Verarbeitungsprozess äußerst förderlich aus. Denn wir wissen nie, aus welchen Bruchstücken sich ein chronischer Stress zusammensetzt. Traumafokus nutzt die Neuroplastizität des menschlichen Gehirns zur Traumaverarbeitung und zur Tiefenregulation. 
Ausrichtung unserer Methode ist eine vollständige Auflösung blockierter Erregung im Gehirn und im Körper eines Menschen. Das Traumafokus-Modell lässt sich mit allen anerkannten psychotherapeutischen Methoden gut verbinden, da es die therapeutische Beziehung und die spezifisch-therapeutische Vorgehensweise nutzt. 
 
Das Gesamtcurriculum entspricht den Weiterbildungsrichtlinien des österreichischen Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen.
 

 

Entwicklung von Traumafokus

Der Begriff »Traumafokus« wurde geprägt von Thomas Weber, dem Leiter des Instituts für Neuropsychotherapie, der sich jahrelang mit traumatisierten Menschen beschäftigte und viele Jahre mit David Grand, dem Begründer von BrainspottingTM zusammenarbeitete. Traumafokus profitiert aus den Erkenntnissen von Focusing (Gendlin), Somatic Experiencing (Levine), Brainspotting (Grand), Pranayama, Schmerzforschung (Melzack & Wall, Engel et al.), Hypnosystemischen Ansätzen (Schmidt), neurobiologischem Wissen (Del Monte, Trepel, Hirsch, Schiepeck, Hüther, Roth et al.) sowie aus der aktuellen Hirnforschung (Damasio, Schore et al.).
 
Das Traumafokus-Institut für Neuropsychotherapie wurde 2017 von Thomas Weber gegründet mit dem Ziel, Seminarangebote im Bereich Traumafokus, Schmerzfokus und weiterer neuropsychotherapeutischer Methoden und Ansätze anzubieten. Wir beteiligen uns auch in Forschung und Lehre im Bereich Sucht, chronischer Schmerz und sind an fortlaufender Evaluation unseres Zuganges interessiert.
 
Seminarinhalte
 

1. Seminartag

  • Einführung, Traumatherapeutischer Hintergrund, therapeutische Haltung in
    TF, Grundprinzipien der Stressregulation durch das respiratorische System
    (Atemmuster) und der Nutzung in Traumafokus.
  • Neurobiologische Grundlagen zu Traumafokus und Stressverarbeitung.
  • Impliziter Augenfokus: mittels Beobachtung der Klientin, wohin sie während
    des Gespräches blickt
  • Live Demo 1 dazu
  • Nachhaltigkeit in Traumafokus: einen Entwicklungsfokus am Ende einer
    Sitzung finden.
  • Übung in Kleingruppen

 

2. Seminartag

  • Reflexion des Vortages
  • Expliziter Augenfokus im Traumafokus: Aktivierung des Themas, Felt Sense
    als subjektiv wahrgenommenes Körpererleben; Klient/in gibt Feedback, wo
    im Gesichtsfeld (Augenposition) die gefühlte Belastung unterschiedlich
    wahrnehmbar ist. Die Verarbeitung der traumatischen Belastung reicht bis
    zur vollständigen Stressauflösung. Bei einer vollständige Auflösung kann man
    die Restbelastung aufspüren und relativ rasch verarbeiten und am Ende einer
    jeden Sitzung für die Nachhaltigkeit einen sogenannten Entwicklungs-
    Augenfokus finden.
  • Live Demo 2 dazu
  • Übung in Kleingruppen
  • Ressourcen Traumafokus: spezieller Körperscan in Verbindung mit
    kontrolliertem Atemmuster zur verstärkten Körper-Gehirn Regulation.
    Übungen dazu mit Demos und Selbsterfahrung.
  • kurze Live Demo 3 dazu
  • Fragen und Antworten

 

Im Seminarbeitrag inbegriffen: PowerPoint Handouts.


Empfohlen wird folgende Begleitliteratur zu der Seminarreihe:
Thomas Ch. Weber (2019). Traumafokus - Eine neuropsychotherapeutische Methode
zur Verareitung von psychischem Stress, Traumata und chronischem Schmerz.
Wien: Facultas

Teilnahmevoraussetzungen

Grundkenntnisse traumaverarbeitender Methoden sowie Berufszulassung in


Österreich: Eingetragene/r Psychotherapeut/in, oder Klinische/r und Gesundheitspsychologe/in mit 150 Std. Selbsterfahrung, oder Ärzt/Ärztin mit PSY III ÖÄK Diplom inklusive 150 Std. Selbsterfahrung.

 

Deutschland: Approbation oder eine mindestens dreijährige psychotherapeutische Ausbildung und die staatliche Erlaubnis zur Ausübung von Psychotherapie. Psychologische/r Psychotherapeut/in. Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutIn. Psychotherapie mit Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz.


Schweiz: Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, oder Arzt mit anerkannter Psychotherapieweiterbildung, oder Kantonale Praxisbewilligung für Psychotherapie oder Zulassung durch FSP, SBAP, ASP, Charta für Psychotherapie.

Über Thomas Weber

Studium der Psychologie und Psychotherapiewissenschaft, Psychotherapeut, Integrative Gestalttherapie (ÖAGG), zertifizierter Traumatherapeut EMDR (IT Berlin), internationaler Traumafokus Ausbilder und Lehrsupervisor, Leiter des Instituts für Neuropsychotherapie, Forschungstätigkeit von Painspotting Schmerztherapie an der SysTelios Klinik in Deutschland, Paartherapeut, Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychotraumatologie und Gewaltforschung (GPTG).

Arbeitsschwerpunkte: Fort- u. Weiterbildung in Neuropsychotherapie in Österreich, Schweiz, Deutschland und Ukraine, Forschungstätigkeit in Traumafokus und Schmerzfokus. Sozialprojekte für Kriegsveteranen und -flüchtlinge.

www.traumafokus.com

 

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