Kontaktaufnahme und Versorgung von verletzten Ego-States

Referent/in: Kai Fritzsche

 

Termin: 03.07.-04.07.2020

 

Preis: € 290,- MEG-Mitgliederrabatt: ja

Fortbildungspunkte: ja

 

 

Zeiten: 14.00-20.30, 9-17 Uhr
(16 Arbeitsstunden)

 

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Kai Fritzsche ist der vielleicht wichtigste Vertreter der Ego-State Therapie in Deutschland und somit ein gefragter Referent.

Wir freuen uns, dass wir ihn für 2020 gewinnen konnten!

 

 

Der Schwerpunkt dieses Seminars besteht aus der Arbeit mit verletzten Ego-States (auch symptomassoziierte Ego-States). Sie zeigen sich in Zusammenhang mit den Belastungen und Beschwerden, mit denen die PatientInnen in die Praxis kommen und weisen ein sehr heterogenes Bild auf. Verletzte Ego-States können auch verborgen sein. Sie sind von sogenannten kompensatorischen und destruktiv wirkenden Ego-States zu unterscheiden.

 

Im Seminar werden drei Bereiche vertieft:

  1. Die verschiedenen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme:
    Der erste Schritt der Arbeit mit verletzten Ego-States besteht darin, einen Zugang zu diesen Ego-States zu schaffen. Das therapeutische Vorgehen richtet sich nach den Prozessorientierten Zielen der Ego-State-Therapie und verläuft über die Stationen: Kontaktaufnahme, Aufbau von Kommunikation, Entwicklung von Akzeptanz und Verständnis, Unterstützung der Ego-States sowie deren Nutzung für den Heilungsprozess. Im Vordergrund stehen die Interventionen der Arbeit mit inneren Treffpunkten sowie mit Affekt- bzw. somatischen Brücken.
     
  2. Die Versorgung verletzter Ego-States:
    Nach der Kontaktaufnahme konzentriert sich die Arbeit auf die Begegnung mit ihnen, die Würdigung ihres Leids sowie die unmittelbaren Bedürfnisse der verletzten Ego-States. Als zentrale Interventionen werden Schutzmaßnahmen sowie das Nachträgliche Nähren vorgestellt und vertieft.
     
  3. Die Beziehungsebenen der Ego-State-Therapie:
    Die Ego-State-Therapie verläuft gleichzeitig auf fünf Beziehungsebenen: 1) zwischen der Therapeutin/dem Therapeuten und der Patientin/dem Patienten, 2) zwischen der Therapeutin/dem Therapeuten und den Ego-States der Patientin/des Patienten, 3) zwischen der Patientin/dem Patienten und ihren/seinen Ego-States, 4) zwischen den Ego-States der Patientin/des Patienten und 5) zwischen den Ego-States der Therapeutin/des Therapeuten und denen der Patientin/des Patienten. In der Arbeit zur Kontaktaufnahme, Begegnung und Versorgung werden alle Beziehungsebenen berücksichtig.

 

Die Inhalte des Einführungsseminars, also die Arbeit mit ressourcenreichen Ego-States und deren Nutzung werden für die Arbeit mit verletzten Ego-States genutzt. Konzeptionell baut das Seminar auf dem Behandlungsmodell der Ego-State-Therapie auf, dem SARI-Modell.

 

Methoden:

Im Seminar wird den TeilnehmerInnen ein Einblick in die konzeptionellen Ansätze, die Methoden und Behandlungsstrategien der Arbeit mit verletzten Ego-States praxisnah und abwechslungsreich vermittelt. Durch Demonstrationen, Übungen und Diskussionen wird ein vielfältiger Zugang geschaffen. Das Seminar wird die Möglichkeit bieten, erste Schritte dieser Thematik unmittelbar anzuwenden, also in die eigene psychotherapeutische Arbeit einzuflechten.

 

Allgemeines:

Das Seminar ist Bestandteil des Zertifizierten Curriculums Ego-State-Therapie Kai Fritzsche, zugelassen durch die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Ego-State-Therapie (EST-DE), durch Ego-State-Therapy International (ESTI) sowie als C-Seminar durch die Milton-Erickson-Gesellschaft für klinische Hypnose (M.E.G.).

 

Teilnahmevoraussetzungen:

Bitte beachten Sie, dass für die Ego-State Therapie Seminare die gleichen Richtlinien wie für das KliHyp-Curriculum gelten: vorausgesetzt wird ein Hochschulabschluss (bspw. Psychologie, Medizin...), der prinzipiell dazu befähigt, als PsychotherapeutIn approbiert werden zu können.

 

Literatur u.a.:

Fritzsche, K. (2018). Praxis der Ego-State-Therapie. Heidelberg: Carl-Auer Verlag, 3. Auflage.

Kai Fritzsche (2018). Grenzerfahrungen, Grenzübergänge, überwundene Grenzen. Mit Ego-State-Therapie von der Dissoziation zur Integration. Hypnose – Zeitschrift für Hypnose und Hypnotherapie (Hypnose-ZHH), 13 (02), 119-139.

Fritzsche, K. (2017). Zwei Gesichter der Dissoziation: Ego-State-Therapie zur Behandlung von Traumafolgestörungen. Psychotherapie im Dialog 3, 79-82.

Fritzsche, K. & Hartman, W. (2016). Einführung in die Ego-State-Therapie. Heidelberg: Carl-Auer Verlag, 3. Auflage.

Über Kai Fritzsche, Dr.

Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) – Studienfach: Diplom-Psychologie, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychologie der HUB (Lehrstuhl für Klinische Psychologie & Forschungsgruppe Verhaltensneurowissenschaft der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät) Tätigkeit in der Institutsambulanz für Psychodiagnostik und Psychotherapie der HUB, Promotion an der HUB/Universität Heidelberg (Themenbereich: Phantomschmerzbehandlung), Ausbildungsleiter am Angermünder Institut für Suchttherapie und Suchtmedizin (AISS), Leitender Psychologe am Zentrum für ambulante Rehabilitation (ZAR) in Berlin, Niederlassung in eigener Praxis, Lehrbeauftragter des Institutes für Verhaltenstherapie Brandenburg e.V. (IVT) für die Fächer: Entspannungsverfahren, Klinische Hypnose und imaginative Verfahren sowie Basisvariablen in der Psychotherapie, Lehrbeauftragter für Selbsterfahrung (Selbsterfahrungsleiter) am IVT, Trainer für Ego-State-Therapie (Foundation for Ego-State-Therapie); Berufliche Schwerpunkte: Behandlung von Traumafolgestörungen einschließlich dissoziativer Störungen, Behandlung von Leistungsstörungen, Fortbildung und Supervision in Ego-State-Therapie.

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